Das Lesen des Edlen Korans ist in der islamischen Tradition nicht bloß ein textbasierter Akt des Lesens, sondern die direkteste und höchstfrequente Form der Kommunikation, die ein Geschöpf mit seinem Schöpfer aufbauen kann. Als das unverfälschte Wort Gottes (Kalâmullah) spielt dieses Buch seit dem Tag seiner Herabsendung eine zentrale Rolle bei der Formung des Individuums und der Gesellschaft. Die Koranrezitation ist über einen bloßen Gottesdienst hinaus das Bestreben der Seele, eine göttliche Ruhe (Sakina) zu erlangen, und der Versuch des Geistes, sich von der Zerstreuung zu befreien und sich um die Achse des Tauhid (Einheit Gottes) zu sammeln. Jeder einzelne Buchstabe des Korans ist für den Gläubigen eine Manifestation der Barmherzigkeit und ein Mittel zur spirituellen Versorgung. Unser Prophet (s.a.w.) verkündete die Quantität dieses Segens in einem eindrucksvollen Hadith: „Wer einen Buchstaben aus dem Buch Allahs liest, dem wird eine gute Tat zugeschrieben, und jede gute Tat wird zehnfach belohnt. Ich sage nicht, dass ‚Alif-Lam-Mim‘ ein Buchstabe ist; vielmehr ist ‚Alif‘ ein Buchstabe, ‚Lam‘ ein Buchstabe und ‚Mim‘ ein Buchstabe.“ Diese prophetische Aussage flüstert uns zu, dass die Beschäftigung mit dem Koran keine quantitative, sondern eine qualitative Tiefe bietet; jeder Buchstabe entspricht einer Wahrheit im Universum.
Islamische Gelehrte haben die Koranrezitation im Laufe der Geschichte als „das größte aller Gedenken“ (Zikr-i Akbar) bezeichnet. Denn während andere Formen des Gedenkens die Attribute Allahs preisen, ist der Koran Sein eigenes Wort. Der Koran ist kein Klagelied, das nur für die Verstorbenen gelesen wird, sondern vielmehr eine göttliche Apotheke, die den Lebenden eine Lebensordnung bietet und den Herzen Heilung schenkt. Die Leere, die die moderne Psychologie als „Suche nach Sinn“ definiert, wird durch die existenziellen Antworten des Korans gefüllt. Der älteste und effektivste Weg, um chronischen Stress, Zukunftsängste und geistige Erschöpfung des täglichen Lebens zu überwinden, besteht darin, sich rituell gereinigt und in voller Ergebenheit dem Koran zuzuwenden. Der göttliche Klang, der während der Rezitation ausgestrahlt wird, beruhigt neurologisch das Gehirn, während er die Seele spirituell mit der Realität der „Vergänglichkeit der Welt“ versöhnt. Den Koran zu lesen bedeutet in gewissem Sinne, das Herz jeden Tag neu zu polieren; denn der Gesandte Allahs (s.a.w.) berichtete, dass Herzen wie Eisen rosten können und dieser Rost nur durch die Rezitation des Korans und das Gedenken an den Tod entfernt werden kann.
Obwohl der Zugang zum Koran in der heutigen digitalisierten Welt einfacher geworden ist, besteht die eigentliche Herausforderung darin, diesen Zugang zu einer „Moral“ zu machen. Das Lesen des Korans ist für einen Muslim kein intellektuelles Hobby, sondern ein Bedürfnis wie das Atmen. Dass Häuser gesegnet werden, Kinder ihrer natürlichen Veranlagung (Fitra) entsprechend aufwachsen und der Lebensunterhalt im Rahmen des Erlaubten (Halal) ausgeweitet wird, hängt davon ab, dass der Klang des Korans in diesem Haus widerhallt. In diesem Artikel werden Sie entdecken, dass das Lesen des Korans nicht nur ein prozessorientierter Akt zur Erlangung von Belohnungen (Thawab) ist, sondern gleichzeitig ein „Aufbau des Charakters“. Wer den Koran liest, wird mit der Zeit von der Moral der Verse geprägt; seine Zunge wird von Lügen und sein Herz von Neid gereinigt. Das Licht des göttlichen Wortes durchdringt nicht nur das Gesicht des Lesers, sondern sein gesamtes Leben. Der Koran ist ein Ozean; jeder Gläubige, der in diesen Ozean eintaucht, bringt je nach seinen Fähigkeiten eine Perle hervor. Die eigene Welt mit diesem lichtvollen Wort zu erhellen, ist der einzige Weg, die Dunkelheit zu vertreiben.
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