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Die spirituelle Bedeutung der Gebetsbitten und die Bedingungen ihrer Annahme

Gebetsbitten: Das aufrichtige Flehen des Dieners, theologische Ergebenheit und das Tor zur Erkenntnis

Das Gebet (Salah) ist von Anfang bis Ende eine Atmosphäre des Flehens und der Anrufung. Doch jene uralten Gebetsbitten, die in bestimmten Abschnitten des Gebets rezitiert werden, sind die am stärksten kristallisierten Anrufungen, die das Rückgrat des Gottesdienstes bilden. Dieser Prozess, der mit Subhānaka beginnt, sich mit At-Tahiyyāt vertieft und mit den Rabbanā-Gebeten besiegelt wird, definiert die ontologische Position des Dieners vor seinem Herrn in jeder Rakah neu. In spiritueller Hinsicht ist das Subhānaka eine Erklärung der Reinigung. Zu sagen 'Ich preise Dich frei von jedem Mangel' bedeutet, alle begrenzten Vorstellungen im Geist beiseite zu lassen und sich der absoluten Vollkommenheit zuzuwenden. Dieses Gebet fungiert als eine spirituelle Waschung, die das Herz zu Beginn des Gebets von weltlichem Schmutz reinigt. Die Herrlichkeit Allahs, die Heiligkeit Seines Namens und das Bekenntnis, dass es keinen Gott außer Ihm gibt, bereiten den Diener auf die höchste Stufe der Khushū' vor. Dieser Beginn legt auch das Fundament für die Aufrichtigkeit im restlichen Gottesdienst.

Der Schnittpunkt von Prophetentum und Tawhīd: At-Tahiyyāt

Das At-Tahiyyāt-Gebet, das im Sitzen (Qa'dah) des Gebets rezitiert wird, nimmt in der islamischen Theologie einen einzigartigen Platz ein. Dieses Gebet, das jenen gewaltigen Grußaustausch zwischen Allah, Seinem Gesandten (s.a.w.) und den Engeln während der Nacht der Himmelsreise (Mi'rādsch) darstellt, ist das Bestreben des Gläubigen, den Mi'rādsch in jedem Gebet zu erleben. Mit den Worten 'Alle Grüße, Gebete und guten Taten gehören Allah' grüßt der Diener den Besitzer des absoluten Reiches. Der darauffolgende Gruß an den Propheten (s.a.w.) ist eine Bestätigung des Ummah-Bewusstseins und der Treue zur Institution des Prophetentums. In spiritueller Tiefe erinnert dieses Gebet den Diener daran, dass er nicht allein ist, sondern Teil einer großen lichtvollen Kette. Das At-Tahiyyāt mit tiefem Gefühl zu rezitieren, hilft der Person, ihr Ego aufzulösen und einen universellen Frieden zu finden. An diesem Punkt werden Tawhīd und Prophetentum zu einer untrennbaren Einheit im Herzen des Gläubigen.

Der Segen der Salawāt und das Gleichgewicht zwischen Welt und Jenseits: Sallī-Bārik und Rabbanā

Die Gebete Allāhumma Sallī und Allāhumma Bārik, die im letzten Sitzen des Gebets rezitiert werden, sind nicht bloße Traditionen, sondern Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber der gesegneten Kette, die von Abraham (a.s.) bis zu Muhammad (s.a.w.) reicht. Diese Gebete ermöglichen es dem Gläubigen, sich an seine Wurzeln zu erinnern und zu erkennen, dass Segen nur durch den göttlichen Willen kommt. Das unmittelbar darauffolgende Rabbanā Ātinā-Gebet fasst den Charakter des Gleichgewichts im Islam am schönsten zusammen. In dieser Anrufung, die aus der Sura Al-Baqarah stammt, bittet der Diener Allah um 'Hasana' (Gutes/Schönes) sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits. Dies ist der Beweis dafür, dass im Islam weder ein Mönchtum, das die Welt verlässt, noch eine Verweltlichung, die das Jenseits vergisst, einen Platz haben. Mit dem Rabbanaghfirlī-Gebet, in dem der Diener um Vergebung für seine Eltern und alle Gläubigen bittet, befreit er sich von Egoismus und erreicht ein universelles Brüderlichkeitsbewusstsein.

Die Erhörung des Gebets: Spirituelle und technische Bedingungen

Damit die Gebetsbitten angenommen werden, reicht es nicht aus, dass sich nur die Zunge bewegt; islamische Gelehrte haben auf bestimmte spirituelle Bedingungen für die Annahme hingewiesen. Die erste und wichtigste Bedingung ist die Aufrichtigkeit (Ikhlās); das heißt, das Gebet einzig und allein um des Wohlgefallens Allahs willen zu verrichten, ohne jegliches weltliches Interesse oder die Absicht der Zurschaustellung. Zweitens fungieren rechtmäßige (Halal) Versorgung und das Meiden von Verbotenem (Haram) wie Flügel, die das Gebet zum Himmel emporsteigen lassen. Dass im Hadith gesagt wird 'Das Dua ist der Kern der Anbetung' (Tirmidhi), zeigt, dass das Dua keine bloße Zierde im Gebet ist, sondern das eigentliche Ziel des Gottesdienstes. Die Gebete in Kenntnis ihrer Bedeutung zu rezitieren und das Gewicht jedes Wortes im Herzen zu spüren, führt zu jener Stufe, die wir 'Huzūr-u Qalb' (Herzensruhe) nennen. Zusammenfassend sind die Gebetsbitten eine Prüfung der Aufrichtigkeit des Dieners. Ein Gläubiger, der mit diesen Gebeten eins wird, setzt sein Leben fort mit einer erneuerten Seele, befreit von der Last der Sünden und mit einem erneuerten Bund gegenüber seinem Herrn.

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