Die türkische Geschichte ist keine bloße Abfolge chronologischer Ereignisse, die in staubigen Regalen auf ihre Entdeckung warten; sie ist die epische Erzählung des jahrtausendelangen Existenzkampfes, der kulturellen Codes und des Willens einer Nation, eine weltumspannende Zivilisation aufzubauen. Diese gewaltige Reise, die von den endlosen Tiefen der Steppe und dem Ruf 'O Türke, erzittre und kehre zu dir selbst zurück!', der in die ewigen Steine der Orchon-Inschriften gemeißelt wurde, bis in die heutige Zeit reicht, hat die organisatorische Fähigkeit, das unerschütterliche Verständnis von Gerechtigkeit und das militärische Genie der türkischen Nation in jeder Epoche unter Beweis gestellt. Geschichtsbewusstsein ist das vitalste Element, das bestimmt, 'wer man ist' und 'wohin man gehen muss'. Eine Generation, die die Größe ihrer Vergangenheit begreift, besitzt das Selbstvertrauen, das große Erbe der Zukunft zu gestalten.
Die Bedeutung der türkischen Geschichte ergibt sich daraus, dass sie nicht auf eine einzelne Geographie beschränkt bleibt, sondern eine globale Wirkung besitzt, die den Lauf der Weltgeschichte verändert hat. Unsere Vorfahren, die mit den Hunnen das Schicksal des Römischen Reiches bestimmten, mit den Göktürken den Namen 'Türke' zum ersten Mal in eine politische Identität verwandelten und mit den Uiguren den Gipfel des sesshaften Lebens und der Kunst erreichten, verschmolzen dieses Wissen unter den Seldschuken und Osmanen mit der Würde des Islam und gründeten Weltreiche. Diese Staaten herrschten nicht nur durch die Macht des Schwertes; sie gaben der Welt Ordnung durch Rechtssysteme, die sich aus der 'Töre' speisten, ein Verständnis von sozialer Gerechtigkeit, das durch die 'Stiftungszivilisation' (Vakıf) gekrönt wurde, und die Mission der Gerechtigkeit Gottes. Die 'Pax Ottomana', die sechs Jahrhunderte lang den Frieden auf drei Kontinenten sicherte, ist bis heute die einzige gültige Referenzquelle bei der Suche nach Frieden im Nahen Osten und auf dem Balkan.
Beim Aufbau des Nationalbewusstseins ist die Geschichtsbildung das strategischste Instrument, das das Bewusstsein einer Gesellschaft, eine Nation zu sein, lebendig hält. Junge Köpfe entwickeln ein unerschütterliches Zugehörigkeitsgefühl, wenn sie erfahren, welchen Preis ihre Vorfahren gezahlt haben, um ihnen dieses Vaterland als Vermächtnis zu hinterlassen, wenn sie den Glauben sehen, der in Gallipoli trotz tausender Kugeln pro Quadratmeter nicht wankte, und wenn sie das Aufbegehren des nationalen Widerstandskampfes inmitten von Unmöglichkeiten verstehen. Geschichtsbewusstsein macht den Einzelnen nicht nur zu einem passiven Beobachter der Vergangenheit, sondern zu einem aktiven Gestalter der Zukunft. Das Wort von Mustafa Kemal Atatürk: 'Das türkische Kind wird Kraft in sich finden, noch größere Dinge zu vollbringen, wenn es seine Vorfahren kennenlernt', zeigt deutlich, dass Geschichtsbildung in Wirklichkeit eine Quelle des Selbstvertrauens und der Energie ist.
Im Zentrum der türkischen Staatstradition steht die Idee des 'Devlet-i Ebed Müddet', also die Vorstellung, dass der Staat ewig bestehen soll. Diese Idee wurde nur durch Gerechtigkeit ermöglicht. Dass verschiedene Glaubensrichtungen und Kulturen jahrhundertelang in Frieden in den von Seldschuken und Osmanen eroberten Gebieten zusammenleben konnten, ist das Ergebnis der türkischen Politik der 'Istimalet' (Herzensgewinnung). Geschichtsbewusstsein erinnert die Jugend an diese hohen Werte; es ermutigt sie, Individuen zu sein, die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit nicht nur für die eigene Nation, sondern für die gesamte Menschheit erzeugen. Zusammenfassend ist die türkische Geschichte eine nationale Pflicht, ein kulturelles Erbe und das hellste Licht, das in die Zukunft leuchtet.
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